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Nachrichtenexzerpte, 20. März/1. Juni 1933

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Zur Chronik 1)

Sonntag, 2. April 33, abends 22.20 Uhr im Radio mitgeteilt, Minister Frank II habe vor Juristen erklärt, die Revolution in Bayern müsse immer um ein paar Längen voraus sein.

3. April 33 Stang bei mir. In Passau die Deutsche Jugendkraft aufgelöst, der Geistliche verhaftet, auch noch an einem anderen Orte. War bei Epp, der diese Sonderaktion zurückweist und ersucht, im Einzelfall bekannt zu geben, ob wir etwas zu tun gedenken? Die Bischöfe können nicht gegen alles auftreten. Wichtig ist, die Sonderaktion ablehnen und sich an das Wort von Hitler halten. Nur Epp kann das tun.

3.4.33 in Berlin die 1. Versammlung Deutsche Christen. Durchaus nationalsozialistisch. Die Partei werde Sorge tragen, daß auch auf dem Gebiete der Kirchenpolitik Ordnung geschaffen werde. Grüße von preußischen Cultusminister.

20.3.33 war in Sankt Maximilian der Gottesdienst für einen im Dienst erschossenen Hitlerjüngling. Pfarrer Landgraf, der für die Beerdigung am Tag vorher gar nicht beim Ordinariat angefragt hatte, sagte damals in der Predigt (oder am Grabe?): „Auch er starb, damit Deutschland lebe“.!!

Justiz-Minister Frank zur Bismarckfeier am 1. oder 2. April 33. Abends im Rundfunk: Er habe erklärt, Bayern müsse in der Revolution um zwei Längen voraus sein.

5.4.33, Abendmeldung Rundfunk: In der Stunde der Nation von 19.00 - 20.00 Uhr über die schlesisch-polnische Grenze. Darin sehr aufreizend gegen Polen, nämlich daß sie die deutschsprachigen Kinder in die polnische Schule schicken und keine Minderheitenschule einrichten - hat nicht Bismarck das Gleiche getan und Mussolini in Tirol?

6.4.33, Potpourri von Soldatenliedern, Märsche -

1.6.33. Abends, 20.00 Uhr, übers Leben von Adolf Hitler. Der Vater wanderte von einem Ort zum anderen. Er selber in Linz an der Realschule einige Jahre, solange die Mutter es möglich machte, dann nach Wien, wo er Zeit in harten Jahren Architekt werden wollte. Sein Vormund nach dem Tod des Vaters lebte heute noch, das Grab der Eltern in Leonding. Oskar Robert Achenbach las das aus seinem Buch vor.

Der Verein gegen Vivisektion richtet an Hitler ein Telegramm: Was seit Jahrtausenden „Wegen der dunklen Mächte“ nicht erreicht wurde, haben Sie in kurzer Zeit fertig gebracht (Verbot des Schächtens). 7.4.33 abends. Am gleichen Abend eine Konferenz über die Wiederverwendung von jüdischen Rechtsanwälten statt - Es sei in Bälde mit einem Abschluß dieser Frage zu rechnen.

80000 Entschließungsanträge eingereicht - einer Reihe von ihnen konnte geholfen werden. Aus Mitteln der Osthilfe .

8.4.33: Umbau des Reiches durch Statthalter, größte Reform seit 1871. Wiederherstellung des Berufsbeamtentums, also alle, die als Partei 1918 in Stellung kamen. Wieder Titel und Orden.
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