Tagebucheintrag vom 27. Januar 1943Parallelansicht ⇨
Nachlass Faulhaber 10021, Seite 126

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Mittwoch, 27.1.43. Diese Nacht 1.30 - 2.30 Uhr Fliegeralarm. Absolution im Speisezimmer, dann eine Reihe von Schlägen von Flak oder von Fliegern und im Keller - die Entwarnung kaum zu Ende, schießt es schon wieder und daraufhin neue Warnung und neue Entwarnung. Ich bleibe aber noch auf, um zu „anticipieren“.

Rector von Gars - wollte seinen Neffen bringen, vor zwei Jahren geweiht, jetzt Sanitäter im Kaukasus, muß wieder einrücken, heute aber vorher sich dem Arzt stellen, darum nicht dabei.

Geistlicher Rat Wohlschläger von Moosach mit Kirchenpfleger und Kirchenverwalter Feichtner: Daß halt der Vikar von Moosach, Pater Ildefons von Salzburg, dort die Pfarrei bekäme oder wenigstens lange Vikar sei. Er wohnt bei Wohlschläger, darf in die Schule, habe sich sehr gut eingelebt. Respondeo: Ich freue mich, daß sie einen guten Seelsorger haben wollen. Aber heute noch nicht zu entscheiden.

Pfarrer Heinzmaier von Anzing: Die Pfarrinstallation am letzten Sonntag gut verlaufen. Die Kirchenverwaltung hat abgeholt. Dann wurde sogar mit Auto abgeholt. Götzberger hat erst jetzt seine Möbel holen lassen, so daß Pfarrer Rumpelsteiner erst jetzt ins Benefiziatenhaus zurück kann. Cento für die Armen bei Krankenbesuchen, ohne mich zu nennen. Den Kindern gegenüber freundlich sein, als ob nichts gewesen wäre.

15.30 Uhr in der Priestercongregation in Asamkirche. Pater Gruber über das Verhältnis des Priesters zur zweiten Person der Gottheit. „Auch Maria nicht dazwischen“? Dann im Nebenzimmer Irschl über das Buch von Stellrecht, Die neue Erziehung.

Dieter bittet die Mutter zu besuchen. Samstag. Er in Uniform.